Posts Tagged ‘Zeit

22
Jun
12

Verbrecher, die ein oder mehr Menschenleben zerstören

Menschen begehen Verbrechen – wissentlich oder unwissentlich. Neben den großen Verbrechen in der Weltgeschichte gibt es Verbrechen, von denen nur wenige Menschen wissen, obgleich es Verbrechen sind. Sie geschehen gewissermaßen am Rand der Geschichte, sind aber nicht weniger tragisch.

Im Dossier der ZEIT vergangener Woche war zu lesen, daß ein US-Mediziner namens Carter mindestens 1300 Menschen aus Guatemala zwecks wissenschaftlicher Studien mit Syphilis infizieren ließ, um an ihnen Forschungen für ein Gegenmittel zur Syphilis betreiben zu können. In der ZEIT-Reportage ist zu lesen, welches Grauen er in die Welt gesetzt hat – für Nachfahren und Nachfahren der Nachfahren …

Mehr ist in der „kulturzeit“, dem 3sat-Programm von ZDF, ORF, SF und ARD, am 22.06.2012 u. a. vom Mißbrauch in österreichischen Kinderheimen im „Freiwild für Erzieher“ zu erfahren.

M. E. muß endlich eine sichere juristische Zone geschaffen werden, die vor Mißbräuchen wie die vorgenannten schützt. Dabei müssen sich die Geister, die den Gesetzestext formulieren müssen, so ziemlich alle Abscheulichkeiten vorstellen, um das Gesetz entsprechend weit zu formulieren.

Zu beurteilen, wie weit Menschen in kirchlichen Ämtern fehlen dürfen, ist Aufgabe kirchlicher Vertreter. So können wir es uns leicht machen, nicht wahr?
Nein, wir wissen, wie träge die Arbeit kirchlicher Stellen auch und gerade in dieser Frage ist. Sie verhalten sich so träge wie Regierungsbehörden. Es braucht Druck von außen. Und man kann sich erfahrungsgemäß auf die kirchlichen Vertreter nicht wirklich verlassen.

Bekanntermaßen wird der Bote für seine Botschaft bestraft – dieser Sinnspruch ist so dumm wie ehedem, aber immer noch so wie tradiert und hält sich hartnäckig. Außer Druck von außen bzw. investigativen Journalisten erführe niemand, was z. B. hinter Klostermauern vor sich geht.

Wie bloß wird man der Blödheit, Stumpfheit und Ignoranz Herr? In Zeiten des Internet ist es eher schwierig, vermute ich, weil man nicht bei jedem Menschen voraussetzen kann, was allgemeingültig ist.

06
Feb
12

Menschenrechte sind unteilbar

Wenn wir Mitteleuropäer den arabischen Frühling und seine Entwicklung seit Frühling 2011 verfolgen, tun wir dies aus einer gesättigten Position heraus: Wir, die Deutschen, hatten eine Geschichte, um die uns sicher nicht jeder beneidet, wenn man das sog. Dritte Reich und die Folgen bedenkt, und um die uns manch einer beneidet, wenn es um die deutsche Wiedervereinigung 1989 und den jetzigen Status in der Wirtschaftskrise geht. Wenn auch eher die Geschichte Frankreichs als die Geschichte Deutschlands von Freiheits- und Demokratiebewegungen erzählt, so sind diese doch etwas, was die Deutschen spätestens seit der Wende 1989/90 affiziert. Menschenrechte – das ist ein Thema, das uns Deutschen seit den Unrechtsstaaten im Nationalsozialismus und in der DDR so sehr am Herzen liegt wie nichts sonst, auch wenn angeblich 20 Prozent der deutschen Bevölkerung noch immer mindestens latent antisemitisch denken.
A propos Ungarn: Wie lange schauen wir dem gesellschaftlichen Verfall dort noch zu?

A propos Wahlen: Wie viele Menschen wählen nach Interessen, wie viele nach Gesinnung? Wählt die Jugend nach Gesinnung und das Alter nach dem Portemonnaie? Aus eigenen Erfahrungen wissen wir: Wenn es dem Land gutgeht, gibt es Platz für Kultur, also auch Ideologie, z. B. für den Glauben an Gleichheit und Gerechtigkeit. Wir können sogar über den Wetterbericht voraussehen, wie die Wahl ausgeht: Wenn es regnet, ist es schlecht für die SPD. So infantil das ist: wir brauchen uns über Wahlen nichts vorzumachen.

Über die nicht enden wollenden Unruhen in Ägypten und anderen nordafrikanischen Staaten, Syrien nicht zu vergessen, dessen Staatsoberhaupt offenbar durch ein Attentat abtreten will, rollen Kämpfe um Menschenrechte hinweg, in denen die Frauen das Nachsehen haben: Grauenvoll und abstoßend sind die Dokumente über Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen z. B. seitens des Militärs in Ägypten, augenscheinlich jugendlichen Männern in Uniform, die Aktivistinnen der Demonstrationen mit Stöcken ins Gesicht schlagen und mit Stiefeln auf die Brüste springen. Diese Männer wollen mal Ehemänner und Familienväter mit Anspruch auf Ehre sein oder sind es schon. Wie wenig entwickelt das Land auch ist: Diese Männer haben nicht einen Funken Ehre im Leib – nicht einen einzigen.

Was ist das für ein politisches Bewußtsein, das für Demokratie kämpft, wenn es nicht die Rechte für Frauen einschließt?!
Es ist ein undemokratisches Bewußtsein.

06
Okt
11

Oliver Pocher. Kölln-Flocken, Brandt-Zwieback und Äpfel

Warum soll man das Fernsehgerät überhaupt noch einschalten, wenn Oliver Pocher auch in den öffentlich-rechtlichen Unterhaltungssendungen seinen tumben Humor verbreiten darf (so zuletzt bei „Das Quiz der Deutschen“, moderiert von Frank Plasberg; 06.10.2011, 20:15 Uhr)?! Mit Menschen wie ihm stößt das deutsche Fernsehen an die Grenzen seiner Akzeptanz. Kann nicht endlich einmal jemand diesem Mann sagen, daß er sich einen anderen Beruf suchen soll? Der Mann ist doch nicht dumm; dem kann sicher geholfen werden.
Ich finde ja, daß es für bestimmte Sendeformate mit bestimmten TV-Darstellern, die aus der Größe des Adepten nicht herauswachsen, besonders für solche, die auf einem Prüfstand stehen, weil sie sich schon einmal danebenbenommen haben, nicht sogleich so viel Gage geben sollte, sondern daß man sie erst einmal in Naturalien bezahlt; gemäß ihrer Arbeit, die sie abgeliefert haben, dürfte ihnen diese Art von Entlohnung nicht ganz fremd sein.

Mit Erstaunen habe ich im aktuellen ZEITmagazin Nr. 41 (06. Oktober 2011) in der Titel-Geschichte „Meine Hartz-IV-Familie“ von Undine Zimmer gelesen, daß Kölln-Flocken, Brandt-Zwieback und Äpfel zur Grundversorgung armer und sich gesund ernähren wollender Menschen gehören. Zum einen ist diese Geschichte gewiß eine Lehrstunde für Thilo Sarrazin, der ja gern für Hartz-IV-Empfänger eine Rechnung aufmacht, nach der jede/r Hartz-IV-Empfänger sich mit wenig Geld problemlos gesund ernähren könne. Zum anderen ist es gar nicht so ungewöhnlich, sich so zu ernähren. Auch Menschen, die nicht zu den Hartz-IV-Empfängern gehören wollen, ernähren sich mitunter so; man weiß über sie nur recht wenig – wie dies übrigens auch die Autorin weiß, wenn sie schreibt: „ … und obwohl es viele gibt wie sie, liest man nichts von ihnen: Hartz-IVler sind nicht in der Position, ihre Geschichten erzählen zu können, sie haben keine Lobby, und so bleibt der Begriff „Hartz IV“ in Deutschland mit ein, zwei Klischeebildern assoziiert, die der Politik dabei helfen, diese Menschen weiter zu entrechten, und der Mittelklasse dabei, sich emotional von Leuten zu distanzieren, die ihnen vielleicht näher sind, als sie glauben.“ (ZEITmagazin Nr. 41, S. 14)

14
Jun
11

„Zeit“-Interview mit Jörg Kachelmann ist online

Das ausführliche Interview, das der TV-Moderator Jörg Kachelmann den „Zeit“-Autoren Sabine Rückert* und Stefan Willeke nach seinem Freispruch im Strafprozeß gegen ihn wegen Vergewaltigung gegeben hatte und das als Dossier in der „Zeit“ Nr. 24 von vergangener Woche erschien, kann man seit Pfingstmontag auf Zeit online nachlesen: „Mich erpresst niemand mehr“.
Schon einen Tag nach Erscheinen der „Zeit“-Ausgabe vom 09.06.2011 gab es den Backlash seitens der Springer-Presse, sprich: BILD**. So ließ sich u. a. der BILD-Kolumnist Franz-Josef Wagner vernehmen, Jörg Kachelmann solle sich in den Medien jetzt am besten zurückhalten und sich allen Angriffen entziehen.
Wie stark Neidgründe im Konkurrenzkampf der Medien für die Retourkutsche bestimmend waren, mag man aus der werblichen Taktik der BILD-Zeitung ersehen. So schreibt BILDblog.de mit wünschenswerter Klarheit: „Mit anderer Leute Abrechnung Kasse machen“. Neben dem süffisant empfohlenen Maulkorb gegen Kachelmann ist besonders pikant, daß BILD seit letzten Freitag mit Inhalten anderer Medien, hier also der „Zeit“, für sich wirbt. Die Forderung der „Zeit“, dies zu unterlassen, hatte Erfolg.
Der Mediendienst von Peter Turi schreibt am 14. Juni 2011 unter seinem „Klick-Tipp“: „Darin [im Interview] zeigt sich Kachelmann verbittert, auf Rache sinnend und wenig selbstkritisch.“ – Das Interview mag man so lesen. Ich teile diese Einschätzung nicht. Ich empfehle deshalb, das Interview in Gänze zu lesen.
Jörg Kachelmann ist , sagen wir, ein Medien-Heranwachsender, noch in der Pubertät. In der Sache, die ihm passiert ist, hat er üble Erfahrungen gemacht – mehr, als ihm lieb sein dürfte. Er erlebt auch und gerade nach seinem Freispruch (die Revision seitens der Staatsanwalt und seitens der Nebenklägerin ist eingelegt), wie nach wie vor auf ihn Hatz gemacht wird seitens der Boulevard-Medien. Über diese Hatz spricht er im Interview ausführlich. A propos: Übrigens gibt es nichts dagegen einzuwenden, daß sich jemand gegen Medien wehrt, wie er es tut.
Demzufolge und angesichts einer Neuauflage des Verfahrens:
1. Ist eine Empfehlung à la BILD-Kolumnist, also: sich Unsichtbar-Machen,  angeraten?
2. War es klug, der „Zeit“ das Interview zu geben?
Nachdenken hilft: Für Jörg Kachelmann gibt es außer diesen beiden Optionen nichts Drittes.

PS:
* Sabine Rückert tat sich in der Vergangenheit dadurch hervor, daß sie während der Verfahrensberichterstattung für Jörg Kachelmann votierte; sie sorgte für den Verteidiger-Wechsel (Ablösung von Reinhard Birkenstock durch Johann Schwenn).
** Für BILD schrieb „Emma“-Herausgeberin und Alt-Feministin Alice Schwarzer ihre Beobachtungen aus dem Gericht. Daß sie selten da war, behauptet Kachelmann-Anwalt Johann Schwenn.

16
Apr
11

Medien mißbrauchen. Die Rolle der „Zeit“ im Fall Kachelmann.

Zum Thema „Was Journalisten anrichten“ im „Zeit“-Magazin hätte es auch Geschichten aus der „Zeit“ selbst zu erzählen gegeben, ginge es nach dem Chefredakteur im Mediendienst meedia.de, Georg Altrogge:  Ein weiteres Mal äußert er sich zu Sabine Rückert, der Autorin der Wochenzeitung „Die Zeit“ im Fall des der Vergewaltigung angeklagten TV-Meteorologen und Moderators Jörg Kachelmann. Altrogge präsentiert Auszüge einer E-Mail von Sabine Rückert an den ehemaligen Prozeßvertreter von Kachelmann, Reinhard Birkenstock. Nach Bekanntwerden dieser Details sehe ich meinen vorangehenden Beitrag differenzierter und lenke ein.
1. Wenn von der Unabhängigkeit der Medien gesprochen wird, so ist damit vor allem gemeint, daß sich Medien nicht instrumentalisieren lassen wollen oder sollen, d. h. sich nicht vor jemandes Karren spannen lassen wollen. Gewiß: Unabhängigkeit, wie es oft genug im Kopf der Seite 1 von Tageszeitungen zu lesen ist („unabhängig, überparteilich“), ist ein Ideal. Dennoch hat Unabhängigkeit einen Geltungsanspruch z. B. dann, wenn es um wirtschaftspolitische Berichterstattung geht: Bis hin zur Plazierung der Anzeige einer Firma, über die die Redaktion in derselben Zeitungsausgabe schreibt, wird in seriösen Blättern darauf geachtet, daß sich der werbliche Teil nicht mit dem redaktionellen vermischt. Ebensowenig dürfen Werbeangebote wie Reisen usw. von der Redaktion angenommen werden; ließen sich Redakteure so kaufen, wären ihre Artikel nicht mehr wert als PR-Texte. In redaktionellen Texten zur (Tages-)Politik bleibt die Unabhängigkeit ebenfalls oft genug auf der Strecke: Sie ist in zahlreichen Fällen schlicht Utopie, wenn wir bspw. an die „Bild“-Zeitung und ihre unverhohlen zustimmende Haltung zum ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg denken.
2. Ist ein Medium, das die Unabhängigkeit in den Redaktionen hochhält, deshalb frei genug, im Sinne der Parteilichkeit selbst initiativ zu werden und massiv in Gerichtsverfahren Einfluß zu nehmen? Wenn das stimmt, was mit den Auszügen aus Sabine Rückerts E-Mail an Kachelmanns ehemaligen Prozeßvertreter an direkter Einflußnahme einer Redakteurin auf den Rechtsanwalt Reinhard Birkenstock gezeigt wird, so  habe ich mich über „Die Zeit“ mindestens zu wundern. Und ich weiß nun noch deutlicher, warum ich Menschen wie Stieg Larsson so schätze: weil das einer der wenigen kompromißlosen Journalisten war, wie sie mein Vertrauen verdienen.
Die Rolle von Alice Schwarzer sieht im Vergleich zu Sabine Rückert übrigens nicht besser aus. Wie ihr Verhalten den vielen namenlosen Vergewaltigungsopfern schadet, bleibt abzuwarten. Schwarzers Prozeßbeobachtung mag man gutheißen oder nicht, aber ihre Parteilichkeit für das Vergewaltigungsopfer – über einverständige E-Mails an die Betroffene, die sie nicht geschrieben haben will, bis zu Absprachen für ein Buch von Schwarzer zum Kachelmann-Prozeß – wirft kein gutes Licht auf den generellen Umgang mit Opfern: Wenn der Täter prominent ist, ist eine Geschichte profitabel, sonst nur einen Fünfzeiler wert.

Kann es sein, daß Medienmenschen wie Sabine Rückert oder Alice Schwarzer an einer Art déformation professionnelle von Journalisten leiden?

07
Mär
11

Kolumne zum Aschermittwoch

Die letzten Wochen rauschte es dank der Causa Guttenberg nur so im Blätterwald, freilich gab es auch in Radio und Internet reichlich Information. So gaben leicht zu habende Klicks in Netz-Umfragen – manchmal zu deutlich (so daß sie rasch wieder aus dem Netz verschwanden) – Aufschluß über das starke Pro in der Pro-und-Contra-Abfrage zum Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg und seinem erschwindelten Doktortitel.
Allerdings gab es in der jüngsten Vergangenheit noch andere Debatten.
An dieser Stelle wieder einmal ein Hinweis auf die eine oder andere Radioperle, dieses Mal vom Deutschlandradio und hier besonders die spitzen wie griffigen, vor allem aber tagesthematisch geschlossen komponierten Kulturpresseschauen von Arno Orzessek, die im Deutschlandradio in der Sendung „Fazit“ in unregelmäßigem Wechsel zu hören sind, z. B. warum „Wir sind Helden“-Frontfrau Judith Holofernes recht hat, wenn sie sagt, die „Bild“-Zeitung ist gefährlich, und womit ein Schüler bei Grundschullehrerin Ursula Sarrazin, Ehefrau von Thilo Sarrazin, rechnen muß.

Laut „Frankfurter Neue Presse“, die neben anderen Medien über den 30jährigen Sohn und Hartz-IV-Empfänger Richard Sarrazin schreibt (siehe auch die „tageszeitung“),  arbeitet dessen Mutter Ursula Sarrazin in diesen Tagen an einem Buch über ihre strengen Erziehungsmethoden. Haben wir also ein weiteres Buch à la Amy Chua, Autorin des Buches „Die Mutter des Erfolgs“ („Battle Hymn of the Tiger Mother“) zu befürchten? Mit Arno Orzessek sei auch hier zu antworten: „Wider die Republik der erhobenen Zeigefinger!“

Im „Zeit“-Gespräch mit Patrick Bahners, dem Feuilleton-Chef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und Autor von „Die Panikmacher“, geißelt Bahners bei den Islam-Kritikern die „Lust an der Herabsetzung“. In der „Welt“ wird er von Monika Maron für sein Buch am 26.02.2011 als „Leisetreter“ gescholten.
Die „Zeit“ reagiert am 03.03.2011 mit dem „Manifest der Vielen“ auf Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ mit „Deutschland erfindet sich neu“.
Nach dem Deutschlandbesuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinem Aufruf an seine Landsleute, sie mögen ihre Kinder erst Türkisch, dann Deutsch lernen lassen, erinnert Henryk M. Broder an japanische Parallelgesellschaften und zeigt in wünschenswerter Klarheit auf, warum Japaner keine Probleme in der Integration machen.
Um den Kreis rund zu machen, zu guter Letzt der dank aktualisierter Tagespolitik mehrfach umgebaute Motivwagen beim Rosenmontagsumzug in Düsseldorf: An „Merkels 11. September“ macht zu Guttenberg eine Bruchlandung im Kanzleramt.

08
Sep
10

Der Fall Kachelmann und die Medien. NDR 07.09.2010

Nach Sicht der Dinge, hier http://www.ndr.de/fernsehen/epg/epg1157_sid-828023.html
und NDR Mediathek http://www.ndr.de/flash/mediathek/index.html unter “Fernsehen” – “Sendungen A bis Z” – “45 Min” “Der Kachelmann-Komplex”:

Selbst seriöse Medien wie „Die Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“ (SZ), etc. stiegen – nach einer Schonzeit – ein auf den sog. Hype um den Kachelmann-Prozeß. Dabei redet Hans Leyendecker von der SZ von Unabhängigkeit der Berichterstattung. Das scheint mir im Fall Kachelmann eine Beugung der (redaktionellen) Wahrheit zu sein.
Hans-Mathias Kepplinger, den ich übrigens während meines Publizistik-Studiums in Mainz als Assistent von Prof. Elisabeth Noelle-Neumann gehört habe, stellt in Untersuchungen Zusammenarbeit zwischen Justiz und Journalismus mindestens zu einem Viertel fest. Zur Lancierung von Informationsaustausch zwischen Justizbehörden und Journalisten. (z. B. Fall Esser, Fall Zumwinkel) gab es m.E. zu wenige Informationen.
Zur unrühmlichen Rolle der Print- und Online-Medien im Fall Kachelmann habe ich mich hier schon öfters geäußert.

Früher hätte die Publizistin Alice Schwarzer das Boulevardblatt “Bild” nur mit spitzen Fingern angefaßt; aber an der Nivellierung des eigenen Standorts und der eigenen Meinung kann sich schließlich jede/r beteiligen, nicht?
Nicht der Rede wert und geschmacklos: Oliver Pocher als der falsche Kachelmann am Tag des Prozeßbeginns.

Gisela Friedrichsen, Gerichtsreporterin, äußert sich im Bayerischen Rundfunk am 03.09.2010.  Daß sich Friedrichsen und Schwarzer nicht grün sind, war bereits bei „Anne Will“ zu sehen. Bis heute bleibt mir schleierhaft, wie Alice Schwarzer imstande ist, Gisela Friedrichsen wegen ihrer vermeintlichen Parteilichkeit anzugreifen, und selbst nichts anderes ist als parteilich.

Meine Meinung:
Man hat in den Medien (z. B. meedia.de) vielfach Jörg Kachelmann dafür auf den Index gesetzt, daß er die Medien nutzt, wie er sie nutzt. Das ist abgeschmackt. Wenn ein in Medien populärer Mensch Medien für sich nutzt, um sich zu erklären, ist das nur recht und billig. Medien sind keine Paläste. Wenn Menschen wie Jörg Kachelmann die Medien nutzen, so ist das ihr gutes Recht. Geprellte Geliebte von Jörg Kachelmann erklären sich bereit, sich in „Bunte“ etc. zu äußern. Das mögen sie tun, jede, wie sie mag (ob sie gut beraten waren, ist eine andere Geschichte). Zur Gerechtigkeit muß man sagen: Es kommt auf die Medien an und es kommt auf den Status an, den man hat. „Vor Gericht, auf hoher See und bei den Medien sind wir in ,Gottes Hand‘.“ Oder?




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