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19
Mär
11

Die Kraft der Zerstörung. Japan im März 2011. Natur und Technik in Medien und Politik

„Die Natur braucht uns nicht. Aber wir brauchen die Natur.“ – Erinnert sich noch jemand an diesen Werbeslogan?
Die „New York Times“ zeigt auf ihrer Homepage klare Satellitenbilder der zerstörten Atomanlage in Fukushima.
Ein Japaner filmt vom Balkon eines Hauses in Kesennuma die vor ihm liegende Straße, die sich innerhalb von wenigen Minuten mit Wasser füllt, und zeigt, wie der Tsunami die Wassermassen tosend durch die Straßen treibt; teilweise fast senkrecht im Wasser stehende Autos wie kieloben treibende Boote führt das Wasser mit sich. In der näheren Umgebung ist auf einmal zu sehen, wie Dächer im Bild vorüberziehen, und es wird schnell klar, daß die Kraft des Wassers die Häuser vom Grund weggerissen hat, die sich nun – den Schutt vor sich her schiebend – an den Wänden anderer Häuser krachend, quetschend und quietschend vorbeidrücken. Knapp sechseinhalb Minuten dauert der Film:
Zu den erschütterndsten Bildern gehören ohne Zweifel diejenigen mit den Schiffen, in denen das Wasser sie unter die Brücke drückte: Das waren Bilder von überlaufenden Flüssen. Da waren doch sicher Menschen an Bord.
Bei dieser Gelegenheit und nicht nur jetzt sollten die Gedanken bei den sog. „Liquidatoren“ sein, den Technikern der Atomanlage Fukushima, die ihr Leben dafür einsetzen, für die Mehrheit der anderen Menschen Schlimmeres zu verhüten, und alles Menschenmögliche tun, die Gefahr atomarer Strahlung abzuwenden ­– ganz so wie die völlig unzureichend geschützten Techniker, die nach dem GAU von Tschernobyl im Frühjahr 1986 alles daran gesetzt hatten, die Schäden so gering wie möglich zu halten, und die fast alle in kurzer Zeit gestorben sind. So Hiltrud Schwetje bei „Markus Lanz“ (15.03.2011, 63. Minute)
Wer früher in Becquerel (atomare Belastung z. B. von Lebensmitteln) rechnete, soll das jetzt in Mikrosievert tun. Heute, 16.03.2011, ist Wikipedia für den Begriff „Mikrosievert“ nicht gerüstet, nur für Sievert. Hier zu Becquerel

Dies und mehr ist zu erfahren in der teilweise sehr emotional geführten Diskussion bei „Markus Lanz“ vom 15.03.2011.

Was ich denke:
Das seit 15.03.2011 laufende Moratorium der Bundesregierung ist nur ein Feilschen – um Wählerstimmen in den Landtagswahlen, um die Gunst der Atomlobby etc.
Aktualisiert 18.03.2011:
Inzwischen gilt das Moratorium als der größte politische Fehler von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Das seit 15.03.2011 laufende Moratorium der Bundesregierung ist verfassungsrechtlich bedenklich, wie man seit heute, 18.03.2011, weiß; außerdem sind Schadensersatzklagen seitens der AKW-Betreiber zu befürchten.
Aktualisiert 19.03.2011:
Soeben habe ich auf phoenix vernommen, wie die Deutschen Energie sparen:
„Das Schwierigste für mich ist der Verzicht auf die elektrische Zahnbürste“, sagt eine Frau.
WAS?! Na, das sind Luxus-Sorgen! (Übrigens sind elektrische Zahnbürsten nicht im gewünschten Maße effizient, wie mir zwei Zahnärzte bestätigen.)

Mitnichten kann man von einem Gesinnungswandel sprechen. … und wenn wir die anderen europäischen Staaten betrachten: Wie scharf sind die auf eine veränderte Strategie i.S. Energie? Schweden, Finnland, Frankreich usw. Ich wünsche mir ein viel aktiveres Nordeuropa gegen die Atomkraft – wohl wissend um die Unabhängigkeit, die auf dem Spiel steht.
Vermutlich haben wir  zu resümieren, daß Europa gerade so weitermacht wie bisher. Dafür spricht nach den letzten zwei Tagen einfach zuviel.
Mir ist es bitter, das zu registrieren, und natürlich wünsche ich es mir anders, aber:
Der Bundesregierung war das Desaster in Japan offenbar zu weit weg, damit sie daraus lernt.

08
Nov
10

Die neue Dimension der Anti-AKW-Bewegung. Castor-Transporte. Gorleben

1. Eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke bedeutet Anhäufung des atomaren Mülls um ein Vielfaches – und eine schwere Last für die Nachkommen der Erdbevölkerung. Ranga Yogeshwar spricht in “Quarks & Co.” von 40.000 Generationen, die mit unseren Atom-Altlasten zu tun haben werden.
2. Bis heute gibt es weltweit kein sicheres Endlager für atomare Rückstände.
3. Die Atomenergie ist mitnichten die „billigste“ Energiegewinnung gegenüber anderen Möglichkeiten. Gründe:
– Wir Steuerzahler haben die jahrzehntelange Subventionierung der Atomwirtschaft bezahlt;
– wir beobachten, daß mit der Finanzierung der Atomwirtschaft andere alternative Energien in ihrer Förderung zurückgedrängt werden;
– die Kosten für die Endlagerung atomarer Rückstände werden wiederum wir Steuerzahler bezahlen, nicht etwa die Kernkraftwerk-Betreiber.
http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=9554Vsj2vcjoP4sSbM6CVg%3d%3d Heute bei „Beckmann“, ARD, 08.11.2010, 22:45 Uhr, waren zu Gast:
Norbert Röttgen (Bundesumweltminister und designierter neuer Vorsitzender der nordrhein-westfälischen CDU)
Ranga Yogeshwar (Diplom-Physiker und Wissenschaftsjournalist)
Anna Gräfin von Bernstorff (Castor-Kritikerin, die seit 30 Jahren gegen das geplante Endlager in Gorleben kämpft)
Holger Krawinkel (Energieexperte vom Bundesverband der Verbraucherzentralen)
Bei „Beckmann“ ist mir Ranga Yogeshwar mit seiner Kritik sehr angenehm aufgefallen.
Die Sendung wird sicher morgen oder übermorgen in der ARD-Mediathek zu sehen sein.

Aktualisiert: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/1109/uebersicht.jsp

Die WDR-Sendung „Quarks & Co.“ vom 09.11.2010 wird wiederholt am 13.11.2010 auf WDR um 12.00 Uhr.

Eindrücke vom letzten Wochenende vor Ort vom Berliner Küchenradio: http://www.kuechenradio.org/wp/?p=894

Nachtrag vom Deutschlandradio Kultur: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1313968/

 




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