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28
Jun
11

Sexismus bei Sportjournalisten

Manchmal muß man sich schon fragen, wes Geistes Kind manche Journalisten sind.
Der Sportinformationsdienst (sid) verwurstete den Wortlaut einer Pressekonferenz mit Formel-1-Fahrer Nico Rosberg in Valencia derart, daß der Eindruck entstehen mußte, Rosberg vergliche die Fußballweltmeisterschaft der Frauen mit den Paralympics:
„Man schaut doch auch Paralympics – Menschen, die nicht ganz so große Leistungen bringen können, aber unter sich ist es trotzdem spannend.“
Nico Rosberg nahm dazu auf seiner Homepage unter der Überschrift „Es gab eine gravierende Fehlinterpretation“ Stellung, indem er die Abschrift des Pressegesprächs zum maßgeblichen Punkt postete. Dabei zeigt sich, daß die Berichterstattung des sid gründlich danebengegangen war.
1. Auffallend ist die Art und Weise, wie der „Journalist A“ Nico Rosberg auf die Spur seiner maßgeblichen Frage lenkt und ihn ganz offensichtlich manipuliert.
2. An dieser Mitschrift mag die Leserschaft es besonders delikat finden, daß neben dem hartnäckig fragenden Journalisten auch seine umstehenden Kollegen sich nicht entblödeten, mit entsprechenden Bemerkungen ihre sexistische Einstellung nicht nur gegenüber dem Frauenfußball, sondern gegenüber dem Frauensport allgemein zu dokumentieren.
Auf eine Bemerkung sei hier gesondert hingewiesen: „Frauen sind eigentlich grundsätzlich behindert“, ließ sich ein Journalist aus dem Hintergrund vernehmen. – Wie wäre es mit einer Strafversetzung ins Archiv? Das gilt auch für den Journalisten, der die diskriminierende Bemerkung über Homosexuelle machte.
Die „tageszeitung“ (taz) schreibt zum Thema wohltuend klare Worte: „Nico Rosberg nimmt auf seiner eigenen Homepage zu den „Anfeindungen“ Stellung und präsentiert eine Mitschrift seiner Presserunde, die beweist, dass nicht nur die Formel-1-Fahrer, sondern auch die Formel-1-„Journalisten“ sexistische Volltrottel sind.“
1. Nico Rosberg ist für die Veröffentlichung der Mitschrift zu danken. Dieses Zeitdokument klärt besonders uns Frauen darüber auf, wie wenig die Emanzipation in den Köpfen mancher Männer tatsächlich vorangekommen ist.
2. Ich finde es schade, daß die Journalisten nicht namentlich genannt wurden. Ich wüßte zu gern, wem ich die eine Frage oder die andere Bemerkung zuzuordnen habe.
Selbst wenn eine Frau sich nicht sonderlich für Fußball im allgemeinen interessiert: schon allein aus Solidarität sollte sie sich die Frauenfußball-WM anschauen.

PS: Hannelore Fischer hat im “ARD Mittagsmagazin” Tage später (!) und dann noch falsch auf diese Sottise reagiert: Sie meinte, Nico Rosberg’s Eintrag zu diesem Thema auf seiner Homepage nicht weiter kommentieren zu müssen, weil er Frauenfußball mit den Paralympics verglichen habe.
So läuft Schmuddel-Journalismus, auch bei den ARD.

07
Mär
11

Kolumne zum Aschermittwoch

Die letzten Wochen rauschte es dank der Causa Guttenberg nur so im Blätterwald, freilich gab es auch in Radio und Internet reichlich Information. So gaben leicht zu habende Klicks in Netz-Umfragen – manchmal zu deutlich (so daß sie rasch wieder aus dem Netz verschwanden) – Aufschluß über das starke Pro in der Pro-und-Contra-Abfrage zum Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg und seinem erschwindelten Doktortitel.
Allerdings gab es in der jüngsten Vergangenheit noch andere Debatten.
An dieser Stelle wieder einmal ein Hinweis auf die eine oder andere Radioperle, dieses Mal vom Deutschlandradio und hier besonders die spitzen wie griffigen, vor allem aber tagesthematisch geschlossen komponierten Kulturpresseschauen von Arno Orzessek, die im Deutschlandradio in der Sendung „Fazit“ in unregelmäßigem Wechsel zu hören sind, z. B. warum „Wir sind Helden“-Frontfrau Judith Holofernes recht hat, wenn sie sagt, die „Bild“-Zeitung ist gefährlich, und womit ein Schüler bei Grundschullehrerin Ursula Sarrazin, Ehefrau von Thilo Sarrazin, rechnen muß.

Laut „Frankfurter Neue Presse“, die neben anderen Medien über den 30jährigen Sohn und Hartz-IV-Empfänger Richard Sarrazin schreibt (siehe auch die „tageszeitung“),  arbeitet dessen Mutter Ursula Sarrazin in diesen Tagen an einem Buch über ihre strengen Erziehungsmethoden. Haben wir also ein weiteres Buch à la Amy Chua, Autorin des Buches „Die Mutter des Erfolgs“ („Battle Hymn of the Tiger Mother“) zu befürchten? Mit Arno Orzessek sei auch hier zu antworten: „Wider die Republik der erhobenen Zeigefinger!“

Im „Zeit“-Gespräch mit Patrick Bahners, dem Feuilleton-Chef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und Autor von „Die Panikmacher“, geißelt Bahners bei den Islam-Kritikern die „Lust an der Herabsetzung“. In der „Welt“ wird er von Monika Maron für sein Buch am 26.02.2011 als „Leisetreter“ gescholten.
Die „Zeit“ reagiert am 03.03.2011 mit dem „Manifest der Vielen“ auf Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ mit „Deutschland erfindet sich neu“.
Nach dem Deutschlandbesuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinem Aufruf an seine Landsleute, sie mögen ihre Kinder erst Türkisch, dann Deutsch lernen lassen, erinnert Henryk M. Broder an japanische Parallelgesellschaften und zeigt in wünschenswerter Klarheit auf, warum Japaner keine Probleme in der Integration machen.
Um den Kreis rund zu machen, zu guter Letzt der dank aktualisierter Tagespolitik mehrfach umgebaute Motivwagen beim Rosenmontagsumzug in Düsseldorf: An „Merkels 11. September“ macht zu Guttenberg eine Bruchlandung im Kanzleramt.

09
Jun
10

Wikileaks-Informant des Bagdad-Videos von Ex-Hacker verpfiffen

Wie „die tageszeitung“ (taz) heute  berichtet, stecken die Whistleblower von Wikileaks http://wikileaks.org/ (URL läßt sich nur manuell aufrufen) jetzt gewaltig in der Klemme: Weil ein junger US-Soldat es offenbar nicht für sich behalten konnte, das weltweit unter dem Titel „Collateral Murder“ bekannte Hubschrauber-Video aus Bagdad (2007) an Wikileaks übermittelt zu haben, sitzt er seit dem 26. Mai 2010 wegen Geheimnisverrats in Untersuchungshaft; der Ex-Hacker Adrian Lamo hat Bradley Manning an das FBI und an das US-Militär verraten – angeblich weil Gefahr für Leib und Leben drohe.
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2010%2F06%2F09%2Fa0042&cHash=9f49dac2e3

Das Technologie-Magazin „Wired“ berichtet, Manning habe gegenüber Lamo, den er wohl als Gesinnungsgenossen einschätzte, damit geprahlt, das Video aus Bagdad und 260.000 geheime Telegramme an Wikileaks weitergegeben zu haben. Außerdem sei Wikileaks durch ihn u.a. an das Dokument des US-Militärs gekommen, worin die Organisation Wikileaks als ein Sicherheitsrisiko eingestuft wird.
http://www.wired.com/threatlevel/2010/06/leak/

Manning kam an die Informationen über seine Funktion als Geheimdienstspezialist der US-Armee und hatte Zugriff auf zwei geheime Netzwerke. Das US-Außenministerium zeigt sich sehr besorgt über die mögliche Übermittlung von 260.000 geheimen Telegrammen an Wikileaks. http://www.wired.com/threatlevel/2010/06/state-department-anxious/

Wikileaks bestreitet allerdings, diese Telegramme bekommen zu haben.
Der Schaden für Wikileaks ist enorm: Das Vertrauen in die Organisation ist beschädigt, der Glaubwürdigkeitsverlust ist beträchtlich, mögliche weitere Informanten für geheimes Nachrichtenmaterial würden so abgeschreckt.




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