Archiv für November 2010

30
Nov
10

Kachelmanns Anwalt legt Mandat nieder. Hintergründe

Vermutlich sind es nur Unkenrufe, wenn die Süddeutsche Zeitung es für möglich hält, daß der Rechtsstreit um den TV-Wetter- und Talkshowmoderator Jörg Kachelmann, der der Vergewaltigung an seiner langjährigen Geliebten Claudia D. bezichtigt wird, platzen könnte. Immerhin muß sich der neue Verteidiger von Kachelmann, Johann Schwenn, erst in die Aktenlage einarbeiten. Der Mediendienst Meedia erörtert, warum die Ablösung des Strafverteidigers Reinhard Birkenstock nicht überraschend sei, eher spät: Birkenstock sei einer eher undurchsichtigen Strategie der Verteidigung gefolgt und sei noch vor Beginn des Strafprozesses eher zögerlich darin gewesen, Antrag auf Haftbeschwerde zu stellen.
Von Kachelmanns Medienanwalt Ralf Höcker läßt sich nicht in Erfahrung bringen, wer die Trennung von Birkenstock betrieben hat – der Mandant Kachelmann oder die Seite der Verteidigung.
Die Süddeutsche Zeitung meldet u.a.: „Birkenstocks Gattin ließ sich bei Gericht als „persönliche Betreuerin“ Kachelmanns akkreditieren, ohne näher zu spezifizieren, was damit gemeint sei.“ Dies erscheint mir als Außenstehende zumindest als eine Merkwürdigkeit.
Wie weiter zu erfahren ist, gehört auch der Karlsruher Rechtsanwalt Klaus Schroth, der den Antrag auf Haftentlassung erwirkt hatte,  nicht mehr zur Verteidigung von Jörg Kachelmann.
Der neu ins Boot geholte Hamburger Jurist Johann Schwenn hat bereits mit Fällen um den DDR-Liedermacher Wolf Biermann, um Gregor Gysi, um DDR-Spionage-Chef Markus Wolf und um VW-Betriebsratschef Klaus Volkert von sich reden gemacht.
Quellen: http://www.sueddeutsche.de/panorama/kachelmann-pozess-kachelmann-anwalt-legt-mandat-nieder-1.1029927
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/birkenstock-abl-sung-nicht-berraschend_100031816.html

29
Nov
10

Kachelmanns Anwalt legt Mandat nieder

Wie der Mediendienst Meedia soeben meldet, hat Reinhard Birkenstock, der Strafverteidiger des wegen Vergewaltigung angeklagten TV-Moderators Jörg Kachelmann, überraschend sein Mandat niedergelegt. Gründe hierfür gab er „aus berufsrechtlichen und prozessualen Gründen“ keine an. Rechtsanwalt Johann Schwenn aus Hamburg wird die Verteidigung von Kachelmann übernehmen. – Mit einem Prozeßende in dieser Sache ist nicht vor Ende März 2011 zu rechnen.

http://meedia.de/details-topstory/article/kachelmann-anwalt-birkenstock-wirft-hin_100031808.html

27
Nov
10

Ina’s Nacht. Die gute Laune aus dem Norden

Ina Müller ist Gastgeberin der Late-Night-Show „Ina’s Nacht“, die vom NDR produziert wird – übrigens aus der Kneipe „Zum Schellfischposten“ in Hamburg-Altona mit nur wenigen Plätzen. In absehbarer Zeit wird die Talkshow mit Musik wegen ihrer Popularität wohl umziehen müssen. Ina Müller ist eine Stimmungskanone, eine solche aber, die Spaß macht. Sie hatte schon illustre Gäste: u. a. Jan Josef Liefers, Jürgen von der Lippe, Hugo Egon Balder, Mary Roos, Heino, Hellmuth Karasek, Katharina Thalbach, Ulrich Wickert, Frank Schätzing, Nina Hagen, Desirée Nick, Jan Fedder, Bastian Sick – der mit dem Genitiv ;-) Jan Delay, Dieter Pfaff usw. In der Nacht auf den 26.11.2010 waren Ulrich Tukur, Jürgen Trittin (Grüne) als DJ Dosenpfand und die norwegische Frauen-Band „Katzenjammer“ in der ARD zu sehen:
http://daserste.ndr.de/inas_nacht/ und am 26.11.2010 auf NDR „Wir sind Helden“, “Teflon” Jörg Wontorra und Lisa Fitz:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/inas_nacht/media/inasnacht831.html
Ina Müller hat eine Gabe: Sie entlockt ihren Gästen nicht nur ein privates Gesicht, sondern sie fordert sie zu außergewöhnlichen Leistungen heraus; dabei verliert sie auch schon mal eine Wette (bei J. Trittin) – aber das macht nichts; „Ina’s Nacht“ ist eine Party, da gibt’s keine schlechte Laune. Und sie selbst läßt sich dabei nicht lumpen. Eine große Entertainerin!

26
Nov
10

Literatur im Foyer. SWR 25.11.2010

Als Liebhaberin des Nischen-Fernsehens empfehle ich zum Wochenende eine halbe Stunde Literatur, mindestens. ;-)
In der SWR-Sendung „Literatur im Foyer“ vom 25.11.2010 war diesmal Felicitas von Lovenberg Gastgeberin (sie wechselt sich mit Thea Dorn ab). Sie begrüßte Martin Mosebach, Georg-Büchner-Preisträger im Jahr 2007, und Henning Ritter, Ludwig-Börne-Preisträger (2005) und ehemaliger Redakteur bei den Geisteswissenschaften im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Da ich diese Sendung nicht nur rundherum gelungen, sondern regelrecht erfrischend fand, hier der Sendebeitrag des Südwestrundfunks:
http://swrmediathek.de/suche.htm?keywd=Literatur
Nicht nur, daß mir diesmal Martin Mosebach als sehr aufgeweckt erschien, der mich auf seinen Roman „Was davor geschah“ sehr neugierig macht: Ich freute mich, Henning Ritter* zu sehen, der aus seinen privaten Notizen in der Vergangenheit das Buch „Notizhefte“ gemacht hat. „Ihm entgeht nichts“, schrieb „Die Zeit“: http://www.zeit.de/2010/42/L-B-Ritter In diesem Artikel wird Ritter mit diesem Satz zitiert: „Ich studiere Autoren nicht, ich versuche vielmehr, sie zu erraten. Mich interessiert nicht die Seite, die sie mir zuwenden, sondern die, die sie vor mir verbergen.“ Das ist mir sehr sympathisch.
Gastgeberin Felicitas von Lovenberg* gefiel mir besonders gut wegen ihrer Natürlichkeit und Unbekümmertheit. Übrigens hat sie 2005 ein bemerkenswertes Buch geschrieben: „Verliebe dich oft, verlobe dich selten, heirate nie? Die Sehnsucht nach der romantischen Liebe“, erschienen bei Droemer/Knaur
*) Für beide habe ich in meiner Zeit als Grafikerin bei der FAZ sehr gerne gearbeitet.
http://www.swr.de/literatur-im-foyer/literatur-lovenberg-mosebach-ritter/-/id=122518/nid=122518/did=7030124/gz83jy/index.html

24
Nov
10

Denken heißt Überschreiten und ist gefährlich.

In der Sowjetunion, so hat mir mein Onkel früher erklärt, wurden die Menschen vom Denken dadurch abgehalten, indem man ihnen z. B. zum Putzen keinen Eimer und keinen Besen oder Schrubber gab, sondern Lumpen, die sie um ihre Beine zu wickeln hatten, um damit auf dem Boden herumzurutschen, um zu putzen. (Beobachtung in der Sowjetunion, 70er Jahre)
Nebenbemerkung: Solche und ähnliche Informationen sollen angeblich gefakt sein, wie zu hören. Ich halte nichts von Fake-Informationen – so sie nicht das Gegenteil beweisen. Für meinen Teil: Ich halte die Information meines Onkels für glaubwürdig. – Ich habe kein Interesse an einer Debatte, wer den größeren Misthaufen hinter seinem Haus hat. Es ist mir – rechnerisch – auch egal, ob von den vielen tausend Toten ein- oder zweihundert zu- oder abgezogen werden müssen. Ich denke einfach, daß jeder Mensch menschenwürdig leben und arbeiten können muß – nicht mehr und nicht weniger.
Und darum geht es hier: Können Unternehmen heute noch ängstliche Menschen gebrauchen? fragt Jürgen Wiebicke und spricht von allseits verfügbaren Arbeitnehmern in der Arbeitswelt – und läuft in die Falle der Ideologie, der Ideologie vom Markt, vom Nützlichkeitsdenken, simpel ausgedrückt vom Tauschwert „Arbeitskraft gegen Preis“. Kann ein Unternehmen heute noch ängstliche Menschen gebrauchen? fragt Wiebicke.
„Was soll an diesem Gedanken unzeitgemäß sein?“ fragt Peter Zudeick in der Diskussion des Menschen als Hoffenden (einer der Kernsätze bei Ernst Bloch).
Denken heißt Überschreiten – im besten Sinne von Ernst Bloch.
Ängste gibt es genug, z. B. Ängste, ins Prekariat abzustürzen.
Peter Zudeick liefert bei seinem Besuch im Philosophischen Radio auf WDR 5 eine Abrechnung mit Rot-Grün: So benennt er ironisch „sehr fortschrittliche Kräfte“ – Thatcher, Reagan und Schröder, Eichel, Fischer.  Er benennt Beispiele aus Unternehmen: Bosch, Daimler, Opel (Familienunternehmen) im Vergleich zur Unternehmensgeschichte Opel/Magna/GM
„Roland Berger“ etc. sind bloß „Yuppie-Unternehmen“ – auf Profit-Suche.
Jürgen Wiebicke im Schlagabtausch mit Peter Zudeick:
http://gffstream-3.vo.llnwd.net/c1/m/1282316046/radio/philosophischesradio/wdr5_das_philosophische_radio_20100820_2100.mp3
http://podcast.wdr.de/radio/philosophischesradio.xml

24
Nov
10

Perlen im Hörfunk. Peter Zudeick zu Ernst Bloch. Das philosophische Radio, WDR

Das Medium Radio ist im Zuge der Entwicklungen von Fernsehen und Internet immer mehr ins Hintertreffen geraten. Dank Podcasts gewinnt der Hörfunk wieder an Publikum, und es lassen sich immer wieder Perlen finden, die zu entdecken man früher in den Grenzen regionalen Radioempfangs nicht die Gelegenheit hatte.
So habe ich wieder eine Perle gefunden – diesmal eine Sendung in der Reihe „Das philosophische Radio“ mit Jürgen Wiebicke, die jeden Freitag auf WDR 5 gesendet wird:
Am 20.08.2010 war zum Thema Ernst Bloch Peter Zudeick zu Gast bei der Sendung, die diesmal in Tönisvorst, Kreis Viersen aufgezeichnet wurde. Die Sendung ist zu finden über iTunes-Podcasts – „Das philosophische Radio“ – bzw. als mp3-Datei:
http://gffstream-3.vo.llnwd.net/c1/m/1282316046/radio/philosophischesradio/wdr5_das_philosophische_radio_20100820_2100.mp3
oder hierüber: http://podcast.wdr.de/radio/philosophischesradio.xml unter
wdr5_das_philosophische_radio_20100820_2100.mp3
Peter Zudeick ist mir als Radiomoderator im Hessischen Rundfunk (HR) schon lange eine vertraute Stimme, vor allem durch die Sendung „hr2 – Der Tag“.
Zusammen mit dem Moderator Jürgen Wiebicke erörtert Zudeick vor dem Publikum in Tönisvorst zentrale Begriffe der Blochschen Philosophie anhand von „Das Prinzip Hoffnung“.
Peter Zudeick hat selbst noch Ernst Bloch gehört und spricht über Blochs sprachliche Präsenz, über Blochs Emigrationsgeschichte und seine Konflikte mit Marx-Nachbetern, über Bloch als – wohlverstandenen – Marxist und Geschichtsphilosoph u.v.m.
In diesen Zeiten von Stagnation und Resignation eine sehr erfrischende Philosophiestunde!
Hinweis: Peter Zudeicks Buch „Der Hintern des Teufels. Ernst Bloch. Leben und Werk“ ist nur noch antiquarisch zu haben.
Das Gesamtverzeichnis von „Das philosophische Radio findet sich hier: http://www.wdr5.de/nachhoeren/das-philosophische-radio.html

22
Nov
10

Kommissarin Lund. Showdown, Folge 5. ZDF 21.11.2010. Mit Interviews der Hauptdarsteller

Die Auflösung des dänischen Krimi-Dramas „Kommissarin Lund – Das Verbrechen II“ (Buch: Søren Sveistrup, Regie: Charlotte Sieling) um die Morde im Zusammenhang mit dem Einsatz von Truppen in Afghanistan ist bis zum Ende spannend. Strange, der Kollege von Sarah Lund, der nicht von ihrem Vorgesetzten Brix, sondern von höherer Ebene eingestellt worden ist, bleibt auch da verdächtig, als Lund sich scheinbar eins mit ihm sieht. Strange ist es, der die erste Durchsuchung der Kaserne geleitet hat, wohin die Ermittlungen geführt haben. Und Strange ist es, der Lund im Gespräch unter vier Augen bedroht …

Interview mit Mikael Brikkjær (Ulrik Strange):
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1161704/Interview-mit-Mikael-Brikkj%C3%A6r-%28Strange%29
Interview mit Sofie-Gråbøl (Sarah Lund): http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1161720/Interview-mit-Sofie-Gr%C3%A5b%C3%B8l-%28Sarah-Lund%29#

Interview mit Morten Suurballe, (Lennart Brix):
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1163012/Lennart-Brix,-Polizeichef#/beitrag/video/1163012/Lennart-Brix%2C-Polizeichef

Weitere Ermittlungen konzentrieren sich auf den Funker Bilal: Hat er Funkprotokolle gelöscht? Die überzählige Hand bei den sterblichen Überresten der dänischen Eingreiftruppe in Afghanistan stammt nicht von einem Selbstmordattentäter. Von wem dann?
Wie ergeht es dem Sympathieträger, Justizminister Thomas Buch (Nicolas Bro), der kurz vor seinem Rücktritt zu stehen scheint?
Interview mit Nicolas Bro (Thomas Buch):
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1161662/ Interview-mit-Nicolas-Bro-%28Thomas-Buch%29
Die Schlüsselfigur ist Jens Peter Raben (Ken Vedsegaard): http://lund.zdf.de/ZDFde/inhalt/29/0,1872,8118589,00.html
Mehr wird nicht verraten – für die Nachzügler.
Die hier verlinkten Interviews finde ich übrigens sehr sympathisch.
Hier noch alle Folgen: http://lund.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,7275650,00.html?dr=1
Im Vergleich zum TV-Flop „Im Angesicht des Verbrechens“ von Dominik Graf sehen die Einschaltquoten gut aus: Selbst wenn insgesamt – also durchschnittlich – über alle fünf Folgen 2,82 Prozent der Zuschauer „Kommissarin Lund“ sehen wollten, fiel die letzte Folge des Krimis mit 7,6 Prozent gut aus. http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=45959&p3

Aufs ganze Jahr betrachtet, war für mich „Kommissarin Lund“ eines der besten Fernseh-Ereignisse von 2010.
Infos: http://lund.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,7275650,00.html
Die Staffeln „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ und „Kommissarin Lund – Das Verbrechen II“ sind auf DVD über den Sender und über den Handel erhältlich.

21
Nov
10

Nachhaltig. Diskussion eines Begriffs

„Nachhaltigkeit“ in Internet-Botschaften zu benutzen ist ungefähr so wie bei facebook Mitglied zu sein.
Wenn Sie das wollen – bitte. Schon jetzt befinden Sie sich in einem Einerlei.
Man kann sich dem verweigern – und ich als Sprachprofi tue das. Vermeiden Sie den Begriff „nachhaltig“; die Menschen sind es längst schon „über“, d.h. sie haben es satt, sie haben die Nase voll von diesem Begriff.
„Nachhaltig“ ist einer der „neuen“ Begriffe, die sich die Wirtschaft unter den Nagel gerissen hat – vermeintlich ein Schlüsselbegriff. Er ist nicht wirklich neu, aber dieser Tage in Mode gekommen. Man kann das, was mit „nachhaltig“ gemeint ist, viel besser anders ausdrücken.

21
Nov
10

Betrug am Zuschauer. arte, metropolis mit David Bowie

Dieser Beitrag, „Metropolis“ auf arte, ist – muß ich leider sagen – ein medialer Betrug für Fernsehzuschauer.
http://www.arte.tv/de/programm/242,dayPeriod=evening.html
Er verspricht auf seinem Vorausschau-Video mehr und erfüllt es nicht.
Angekündigt war ein Bericht über David Bowie zur Neuauflage seines Albums “Station to Station”, worüber in der Vorankündigung zu lesen war.  Was wurde gesendet? Das Video zur Vorankündigung.
Man hätte es sich schenken können, die Sendung zu gucken, z. B. weil das Video mehr informiert als der Beitrag.
Der Beitrag auf arte, metropolis ist gespickt mit Allbekanntem und PR, dem vorausgesendeten 3-Minuten-Video auf der Homepage. Wenn dies zur Werbung für metropolis auf arte gedacht war, so ist sie gründlich mißlungen.

20
Nov
10

Die Ware Liebe oder die wahre Liebe? Nachtcafé, SWR, 20.08.2010

Wegen meines Sommerurlaubs ist mir die Sendung damals entgangen. Deshalb reiche ich es hier nach. Online ist die Sendung  „Wie käuflich ist die Liebe?“ vom „Nachtcafé“ auf SWR, 20.08.2010, noch eine Weile, vermutlich noch mindestens drei Monate.
http://swrmediathek.de/player.htm?show=382c50b0-ace9-11df-83de-0026b975f2e6
Diese Sendung ist interessant besonders wegen der Gäste. Gastgeber Wieland Backes empfängt u.a. eine sog. „moderne Kurtisane“ – „Zeitvertreib ohne Besitzanspruch“ –, ebenso den Philosoph Richard David Precht, Autor des Buches „Liebe – ein unordentliches Gefühl“.
Bemerkenswert scheint mir hier u.a.:
Die „Kurtisane der Moderne“ Vanessa Eden, die sich ausdrücklich nicht als Prostituierte versteht und teuer bezahlen läßt (1.300 Euro),  spricht über liebevolle Behandlung seitens ihrer Kunden (Altersbegrenzung: 55 Jahre) und profitiert vermutlich vom großen Vorteil gegenüber der Partnerin solcher Männer, die sie besuchen; sie hat ihre Geschäftsbedingungen vorher abgeklärt und trifft ihre Kunden mit Sicherheit in Sonntagsstimmung an. Sie verkauft nicht sich, sondern ihre Zeit, sagt sie. Im Gespräch mit Wieland Backes beschreibt sie ihre Arbeit als „Zeitvertreib“ und „offene Beziehung auf Zeit“. – Man kann auf den Gedanken gekommen, daß hierin womöglich eine Zukunft heterosexueller Beziehungen steckt. Das gab es in der Geschichte schon oft. Siehe u.a. das Buch von Charles Fourier (1772 – 1837), Aus der Neuen Liebeswelt, ca. um 1820 entstanden (die 68er-Parole „Phantasie an die Macht“ ist diesem Werk entlehnt). – Hinweis: Fourier befaßte sich intensiv mit der Gleichstellung der Geschlechter und ist z. B. auch im Hinblick auf die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen interessant. http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Fourier
Wieland Backes fragt u.a. nach Sehnsüchten, auch nach dem romantischen Liebesideal.
Richard David Precht spricht über die Liebe in biochemischen Prozessen und sozialen Bedingungen.
Dany Ried (hat drei Häuser) sucht einen Millionär – den kann man „leichter lieben“.
Schauspielerin Katy Karrenbauer („Hinter Gittern“), 47, spricht für Frauen mit einem Verständnis für Liebe, das nichts mit Geld zu tun hat.
Ingrid Niederer läßt sich nicht bedauern dafür, daß sie das Leben ihres Mannes, einem „brotlosen Künstler, seit 31 Jahren finanziert.
Wolfgang Blankmeister schwört auf die Charaktereigenschaften asiatischer Frauen („Die Liebe einer Frau kann man nicht kaufen.“). Er sieht in einer Beziehung ein Geschäft.
Michael Graeter, der über Promis klatscht, konstatiert, daß ohne Geld keine Beziehung funktioniert.
Mehr über die sehr lebhafte Diskussion auf http://swrmediathek.de/player.htm?show=382c50b0-ace9-11df-83de-0026b975f2e6




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